🟦 Gefühl & Verantwortung verbinden

Wie du als Führungskraft empathisch bleiben kannst ohne dich selbst zu verlieren.

🔹 Einstieg: Zwischen Bauchgefühl und Leitungsrolle

„Wenn ich zu weich bin, tanzen sie mir auf der Nase herum.“
„Wenn ich zu hart bin, verliere ich den Draht zum Team.“

 

Führung bedeutet oft einen Balanceakt:
Verantwortung zu tragen und gleichzeitig Mensch zu bleiben.


Doch viele geraten in einen inneren Konflikt:
Wie stark darf ich mitfühlen, ohne meine Führung zu gefährden?

Die Antwort liegt nicht im Entweder-oder. Sondern in einem „Sowohl als auch“ mit Klarheit und Gefühl.

 

 

🔹 Warum Gefühle in der Führung kein Risiko sind sondern eine Ressource

Gefühle zeigen, was uns wichtig ist.
In der Führung sind sie oft dein erstes Frühwarnsystem:

  • Ein Unwohlsein in Gesprächen = Hinweis auf unausgesprochene Spannungen

  • Genervtsein = möglicherweise ein Hinweis auf unausgeglichene Verantwortung

  • Stolz auf dein Team = ein Kompass für das, was funktioniert

Viele Führungskräfte ignorieren ihre Gefühle aus Angst, als „emotional“ zu gelten.
Doch das führt zu innerer Distanz und früher oder später auch zu Unschärfe im Führungsverhalten.

 

 

🔹 Verantwortung übernehmen mit Gefühl, nicht gegen es

Verantwortung bedeutet nicht, hart zu sein.
Es bedeutet, sich klar zu zeigen, auch wenn es emotional wird.

Beispiel:

Sandra, Teamleitung mit 9 Mitarbeitenden, bemerkt Spannungen bei einer Kollegin, die ständig genervt wirkt. Statt es zu ignorieren, spricht sie es ruhig und offen an und entdeckt, dass die Kollegin sich überlastet fühlt.
Sandra reagiert weder überfürsorglich noch abweisend, sondern klärt Aufgaben und benennt gleichzeitig, dass das Verhalten auch Auswirkungen auf das Teamklima hat.

Sie führt mit Klarheit UND Beziehung.

 

 

🔹 Die 3 goldenen Brücken: Gefühl & Verantwortung

1. Selbstwahrnehmung vor Aktion
Bevor du auf etwas reagierst:
Frage dich innerlich → „Was fühle ich gerade? Was brauche ich Klarheit, Abgrenzung, Verbindung?“
→ Das schafft Bewusstheit statt Reiz-Reaktion.

 

2. Gefühle benennen ohne sie zu dramatisieren
Beispiel im Mitarbeitergespräch:

„Ich merke, dass mich die Situation gerade bewegt und ich will transparent mit dir bleiben.“

Das schafft Nähe ohne Führung zu verlieren.

 

3. Verantwortung klar kommunizieren
Klar sagen, was du von dir und anderen erwartest.
Gefühle dürfen da sein aber sie übernehmen nicht die Leitung.

„Ich verstehe, dass du enttäuscht bist. Und gleichzeitig ist es meine Verantwortung, diese Entscheidung zu treffen.“

 

 

🔹 Reflexionsimpuls:

  • Welche Gefühle spüre ich im Führungsalltag am häufigsten und wie gehe ich mit ihnen um?

  • In welchen Situationen habe ich eher aus Pflichtgefühl als aus innerer Klarheit gehandelt?

  • Wann war ich zuletzt empathisch UND entschieden?

 

 

🔹 Fazit: Führen mit Herz UND Haltung

Gefühl und Verantwortung schließen sich nicht aus.
Im Gegenteil sie verstärken sich gegenseitig, wenn sie bewusst gelebt werden.

Führung heißt: Ich sehe dich. Und ich übernehme.
Nicht entweder sondern beides.
So wird aus Führung eine Verbindung.

🔸 Bonus für die Umsetzung

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„Führungsverantwortung und Gefühl 5 Mikro-Routinen für mehr Klarheit im Alltag“

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